Bahnhof Heessen bald endlich barrierefrei?

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Bereits seit einigen Jahren gibt es Pläne für einen barrierefreien Ausbau des Heessener Bahnhofs. Die Heessener SPD legt jetzt noch eine Schippe drauf und plant einen Durchbruch unter den Gleisen und einen zweiten Ausgang auf der anderen Seite, zum Landwehrwinkel hin. Damit lenkt die SPD erneut das Augenmerk auf den, längst überfälligen, barrierefreien Ausbau des Heessener Bahnhofs.
Aus der eigenen Erfahrung heraus können wir bedauerlicherweise bestätigen, dass noch längst nicht jeder Bahnhof barrierefrei ist. Als Rollstuhlfahrer steht man leider immer wieder vor großen Problemen bei Reisen mit der Bahn. Der Start der Bahnfahrt ist oft barrierefrei, am Zielbahnhof steht man aber oft vor dem großen Problem dass es keine Aufzüge gibt sondern nur Treppen, die nicht ohne größere Hilfe überwunden werden können.
In diesem Sinne finden wir die Planungen der SPD zum Umbau des Heessener Bahnhofs sehr begrüßenswert und hoffen dass die Pläne in naher Zukunft umgesetzt werden.
Interview mit Justus Moor, Vorsitzender der Heessener SPD zum Thema

Ein Besuch am Flughafen

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Am Dienstag dieser Woche verschlug es mich gemeinsam mit 2 Freunden zum Düsseldorfer Flughafen. Das Wetter war gut, wenn auch etwas durchwachsen. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt, so dass wir es auf der Besucherterrasse gut aushalten konnten. Es ist immer wieder beeindruckend die Abläufe auf so einem Flughafen zu beobachten, sowohl im Terminalgebäude als auch auf dem Rollfeld. Auch in den gastronomischen Betrieben im Terminal kann man sehr angenehm sitzen und das rege Treiben des Flughafens beobachten – wenn auch der Kaffee bei Starbucks ein wenig teuer ist, aber das weiss man ja. Dafür ist er auch wirklich gut.
Desweiteren fiel mir auf, dass einer meiner Freunde absolut recht hatte als er mir davon berichtete dass dieser Flughafen ein absolutes Vorbild in Sachen Barrierefreiheit ist. Kurze Wege, keine großen Umwege um Aufzüge zu erreichen, sogar der SkyTrain (Hängebahn zum Flughafenbahnhof) ist durch ausgeklappte Rampen perfekt ausgestattet.
So eine vorbildliche Barrierefreiheit würde ich mir auch von anderen großen öffentlichen Gebäuden wünschen.

Kraftprobe für die Deutsche Bahn

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Wie die meisten meiner Leser ja wissen sitze ich im Rollstuhl und bin auch öfter mal mit der Deutschen Bahn unterwegs. Das bringt gelegentlich gewisse Tücken mit sich.
So auch am gestrigen Tage wieder. Ich hatte einen Termin in Remscheid. Dorthin fuhr ich mit der Bahn, wie ich es eigentlich immer mache wenn ich in eine andere Stadt fahre in der ich einen Termin habe. Leider war diese eigentlich unkomplizierte Fahrt nach Remscheid (1x Umsteigen, Ort des Termins 300m vom Zielbahnhof entfernt sodass auch kein weiterer Bus benötigt wurde – eigentlich kein Problem) dann doch etwas komplizierter als gedacht. Man informierte mich dass es aufgrund von Umbaumaßnahmen derzeit nicht mögliche wäre für mich von Hamm nach Wuppertal zu fahren und ich daher nach Düsseldorf fahren sollte um dort in einen Zug nach Wuppertal umzusteigen. In Wuppertal angekommen nahm ich den Aufzug nach unten um das Gleis zu wechseln auf das Gleis  von dem aus mein Zug nach Remscheid fahren sollte. An diesem Gleis stellte ich allerdings fest dass der Aufzug defekt war. Daraufhin suchte ich einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Dieser teilte mir mit es gäbe keine Möglichkeit, der Aufzug sei defekt und ich müsse sehen wie ich das Problem löse. Ich wies ihn darauf hin dass ich die Fahrt über die Mobilitätszentrale angemeldet hatte und auch er von seinem Kollegen aus Düsseldorf darüber informiert worden sei. Auch dieser Einwand brachte letztlich nichts, er war nicht bereit mitzuhelfen da er in Sorge war sich einen Bandscheibenvorfall zuzuziehen. Darauf wurde mein Ton etwas schärfer und ich machte deutlich, dass ich dringend nach Remscheid muss um den Termin wahrzunehmen. Auch danach machte er keinerlei Anstalten das Problem zu lösen. Ich habe ihn im etwas schärferen Ton darauf hingewiesen dass ich den Vorgang so nicht hinnehmen werde und ihn entsprechend öffentlich machen werden, da ein solches Verhalten sicherlich nicht kundenorientiert ist. Ich erwähnte einige frühere (prominente) Kontakte die ich bereits bei vorherigen Problemen mit der Bahn bemüht habe daraufhin schien er etwas irritiert und rief mit Widerwillen einige weitere Bahnmitarbeiter zur Stelle und bat auch umstehende Reisende um Mithilfe. Sie wandten das Prinzip „4 Mann, 4 Ecken“ an und trugen mich samt Rollstuhl die Treppe runter. Nun war es geschafft und der Gleiswechsel war endlich vollzogen (der andere Aufzug funktionierte glücklicherweise). Der eigentlich geplante Anschlusszug war natürlich schon längst weg. Ich wartete also auf den nächsten Zug nach Remscheid. Als dieser eintraf stellte sich heraus, dass er absolut nicht barrierefrei war da er nicht nur Treppen hatte sondern diese auch noch für einen Rollstuhl viel zu schmal waren. Der bereits erwähnte unfreundliche Mitarbeiter (der mit dem schlimmen Rücken) wies mich darauf hin dass er mir nicht in den Zug helfen könne da die Rampe nicht passen würde. Und auch sonst hätte er keine Möglichkeit mir zu helfen (der Rücken…). Aber an diesem Tag sollte doch noch das Glück auf meiner Seite sein. Als ich da so mit dem Mitarbeiter diskutierte hörte ich auf einmal von der Seite einen Ruf. „Hey Carsten, was machst du denn hier?“ hörte ich aus einigen Metern Entfernung. Als ich mich umschaute entdeckte ich einen alten Bekannten. Er ist Lokführer bei der Deutschen Bahn und fuhr heute zufällig genau diesen Zug. Er setzte alles daran mir trotz der schmalen Treppe den Zugang zum Zug zu ermöglichen. Der unfreundliche Mitarbeiter vom Bahnhof guckte nur noch etwas merkwürdig. Vermutlich verstand er aufgrund der Situation nur noch Bahnhof.